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Wir sind ausgezogen, unseren Sinn zu finden und haben etwas noch viel Wertvolleres entdeckt.

Was uns schon seit langer Zeit antreibt, ist die Suche nach dem unternehmerischen Sinn. Diese Suche betreiben wir schon seit einigen Jahren und in unterschiedlichen Ausformungen – vom In-Sich-Gehen in Klausur, bis hin zu freien und geführten Workshops mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, vom Top-Down-Ansatz als Vorgabe der Unternehmensführung bis zur Bottom-Up-Bewegung als Definition der Eigensicht jedes APUS-Angestellten. All diese Versuche haben uns zwar immer ein Stück Erkenntnis gebracht, aber nie auch nur Ansatzweise so etwas wie einen Sinn, eine Vision, eine leitende Mitte.

Unsere Pionierstation auf der Freiräume (Un)Conference war ein weiterer solcher Versuch, weil wir dachten, vielleicht kommen durch nicht vorbelastete Köpfe und nicht durch APUS geprägte Menschen, die zumeist unsere Firma gar nicht kennen, ein neuer und interessanter Ansatz.

Wir, das ist die APUS Software GmbH in Tobelbad im Süden von Österreich. Unser Unternehmen gib es seit mehr als 30 Jahren. Wir entwickeln mit Leidenschaft Software für komplexe Kundenanforderungen im Bereich der Sprachkommunikation für die Flugsicherung und für Public Transport, und im Bereich des Workforce Management im Rahmen unseres eigenen Produktes.

Die Freiräume (Un)Conference ist Österreichs größte Veranstaltung zu neuen Organisations- und Arbeitsformen. Sie fand im Juni 2018 bereits zum dritten Mal in der Grazer Seifenfabrik statt. 250 Teilnehmerinnen sind zu den Leitthemen Selbstorganisation, Ganzheit und unternehmerischer Sinn in den intensiven Austausch getreten.

Als Pioniere werden dort Unternehmen und Menschen bezeichnet, die Erfahrungen mit neuen Organisations- und Arbeitsformen gesammelt haben, und die über Ihre Erfolge und Probleme sprechen werden.

Wir hatten uns von unserer Pionierstation mehr Input zu einer für uns brennendsten Fragen erhofft: Was kann der Sinn eines IT Unternehmens sein? Warum machen wir, was wir machen? Was ist der zentrale Nukleus, um den sich alles drehen soll.

Das Ergebnis war ernüchternd. Nicht, weil auf der Konferenz nicht die richtigen Menschen waren, oder weil nicht die richtigen Fragen gestellt wurden, ganz im Gegenteil – das Ergebnis all der Inputs und Teilnahmen waren letzten Endes noch mehr Fragen, als wir schon hatten, wie wir in diese Veranstaltung gegangen sind.

Und jetzt, nachdem wir eine Weile darüber nachgedacht haben, nachdem wir die Nachbereitung unserer Pionierstation einige Wochen vor uns hergeschoben haben, weil wir im Grunde nicht wussten, was wir aufarbeiten sollen, kommen wir in einem ruhigen Moment und beim genaueren darüber nachdenken drauf, das genau das eigentlich das Wunderbare ist.

Es bedeutet für uns und für die Beschäftigung mit der Frage ganz allgemein, dass das, was da vermeintlich so trivial daher kommt, in Wahrheit eine hochkomplexe Fragestellung ist, die alles andere als einfach zu beantworten ist.

Seit geraumer Zeit treibt uns die Frage nach einer Vision, nach einem Leitbild um. Und genauso lange, wie wir uns diese Frage schon stellen, genauso lange scheitern wir bei dem Versuch, diesen unternehmerischen Mittelpunkt irgendwie fest zu machen.

Gehen wir einen Schritt weiter zurück: Warum stellen wir uns überhaupt diese Frage? Kann es für ein Unternehmen, das seit über 30 Jahren erfolgreich Software macht, das all den Wandel seit der Floppy Disk in den 80ern und seit der Einführung der D-Netz-Telefonie mitgemacht hat, nicht genug sein, so lange der Profit passt, so lange der Shareholder-Value gegeben ist? Warum stellen wir uns überhaupt die Sinnfrage?

Die Antwort ist vermutlich in der Zeit begründet, in der wir leben. Alles ist im Umbruch, alle Grenzen beginnen zu fließen. Was vor 20 Jahren noch schön in Branchen-Cluster zusammengefasst war, bricht jetzt durch die Digitalisierung auf. Wie immer in unsteten Zeiten sucht der Mensch nach Halt, nach einem Gerüst für das eigene Leben. Dieses Etwas zum Festhalten kann der Sinn sein – der Grund, warum wir jeden Morgen aufstehen und zur Arbeit fahren. Das Generieren von Wohlstand und das Erklimmen hierarchischer Strukturen kann es nicht mehr sein. Wir sind in einer Wohlstandsgesellschaft aufgewachsen und gewohnt, uns nicht um unser Überleben zu sorgen. Die Generation Y und Z definieren sich nicht mehr über hierarchische Positionen, ganz anders als die Babyboomer.

Daraus folgt für Unternehmen generell, und in der Softwarebranche im Speziellen ganz unweigerlich, dass sich Mitarbeiter nicht über Gehalt oder Position ködern, bzw. im Unternehmen halten lassen. Mitarbeiter verlangen, neben der Freiheit zu bleiben oder zu gehen, was durch den Fachkräftemangel in der IT noch angeheizt wird, nach einem echten Sinn, warum sie in einem Unternehmen arbeiten sollen. Sie möchten spüren, dass sie Teil von etwas Großartigem sind, von etwas Einzigartigem, etwas, das nicht so ohne weiteres von jeder beliebigen anderen Firma ersetzt werden kann.

Uns hat einige Jahre die Suche nach dem Sinn herumgetrieben, ja es hat sich so etwas wie die „Sucht nach dem Sinn" breit gemacht, etwas, das der Unternehmensphilosoph Dominik Veken mit dem Begriff „Sinnsucht" zusammenfasst. Diese Sinnsucht hat uns zwar unseren Sinn nicht finden lassen, hat uns aber stark dabei angetrieben, unseren Charakter zu entwickeln, unsere Einzigartigkeit zu finden. So ist es passiert, dass wir bei unserer Suche in Wahrheit etwas ganz anderes und noch viel Wertvolleres gefunden haben – uns selbst.

Warum arbeiten unsere Mitarbeiter bei APUS Software? Weil wir wir sind, ein Zusammenschluss von Menschen, die jederzeit die Freiheit haben, weiterzuziehen, und dennoch dableiben. Weil wir ein Unternehmen sind mit einer ganz eigenen Kultur, weil wir Charakter haben, Ecken und Kanten und eben nicht perfekt sind. Weil wir uns erlauben, Fehler zu machen, und Mensch zu sein.
We went out looking for meaning, and found somethi...
Self-determined in old age
 

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